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Lass uns Klartext reden

über Diskriminierung und Vorurteile

Zusammenfassung: 

Vorurteile zu haben ist normal. Der erste Eindruck entsteht in Bruchteilen von Sekunden. Könnten wir Menschen nicht sehr schnell in Kategorien einordnen, wären wir mit Informationen völlig überfordert. Pro Sekunde verarbeitet unser Gehirn mehrere Millionen Sinneseindrücke, nur ein Bruchteil davon können wir bewusst wahrnehmen. In Alltagssituationen greifen wir daher oft auf stereotype Vorstellungen zurück, um andere Menschen einzuschätzen. Unbekannte Personen werden dann mit Eigenschaften oder Verhaltensweisen in Verbindung gebracht, ohne dass diese tatsächlich vorhanden sein müssen. Tatsächliche Fakten werden in solchen Fällen oft verdrängt und für komplexe Probleme ist schnell ein Sündenbock gefunden. Diskriminierung kann für die Betroffenen und unsere Gesellschaft sehr gefährlich werden und zu Spaltung, Gewalt und Hass führen. Hier findest du Antworten auf die Fragen, wie Diskriminierung und Vorurteile entstehen, welche Rolle unbewusste Wahrnehmung dabei spielt und was wir tun können, um Vorurteile abzubauen

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Drei Schritte für eine Gesellschaft der Zukunft ohne Vorurteile und Diskriminierung:

1. Wissen und Verstehen 

2. Hinterfragen 

3. Aktiv handeln 

Kurz erklärt: Was sind Vorurteile

1. Wissen und Verstehen:
Diskriminierung
und Vorurteile 

Wissen: Vorurteile, Stereotype und Diskrimierung: Was ist das? 

 

Jeder Mensch hat Vorurteile. Das ist normal. Vorurteile können jedoch zu ungleicher Behandlung  und Diskriminierung führen. 

Wichtig ist daher, sich über eigene Vorurteile bewusst zu sein. 

Vorurteile sind EinstellungenMeinungen oder Bewertungen gegenüber Personen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe (z.B. LGBTQ*). Wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine Vorverurteilung, wenn wir uns eine Meinung über etwas oder jemanden bilden, bevor wir alle notwendigen Informationen kennen und uns an allgemeinen Klischees und Verallgemeinerungen orientieren. 

Ein Beispiel wäre die Annahme, dass jemand technisch unbegabt ist, weil er schwul ist. 

 

Stereotype sind festgelegte Vorstellung oder Annahme über eine Gruppe von Menschen, um sie zu charakterisieren oder ihnen Verhaltensweisen zuzuschreiben. Sie sind jedoch oft oberflächlich und können ungenau oder falsch sein.

Ein Beispiel für ein Stereotyp gegenüber Schwulen wäre die Annahme, dass alle schwulen Männer feminin und modebewusst sind.  

Diskriminierung ist die negative Behandlung einer Person oder einer Gruppe aufgrund von Merkmalen wie z.B. die sexuellen Orientierung oder Identität. Diskriminierung ist ein komplexes soziales Phänomen, das auf Vorurteilen und Stereotypen sowie auf historisch gewachsenen gesellschaftlichen Verhältnissen und institutionell verfestigten Erwartungen beruht. Diskriminierung kann verschiedene Formen annehmen, von verbalen Angriffen über Ausgrenzung bis hin zu körperlicher Gewalt. 

Ein Beispiel für Diskriminierung gegenüber Schwulen wäre die Weigerung eines Vermieters, einer Person eine Wohnung zu vermieten, weil sie homosexuell ist. 

Wann kann Diskriminierung gefährlich werden? 

  • Spannungen in der Gesellschaft: Menschen können Vorurteile als Vorwand nutzen, um Gewalt gegen Mitglieder einer Gruppe anzuwenden oder sich zu radikalisieren. 

  • Eine Regierung kann Vorurteile nutzen, um Gesetze gegen eine bestimmte Gruppe zu erlassen oder Feindbilder zu entwickeln. 

  • Diskriminierung kann dazu führen, dass Menschen schikaniert und ausgrenzt werden. 

  • Unsere Geschichte hat uns deutlich gezeigt: Diskrimierung kann abscheuliche Folgen haben: Ausgrenzung, Verfolgung und Gewalt.

Enttarnen Diskrimierung 

Zwischen Desinformation und Diskriminierung besteht eine enge Korrelation.  

Desinformation fördert Diskriminierung und Vorurteile durch die Verbreitung falscher oder irreführender Informationen, die bestimmte Gruppen oder Einzelpersonen negativ darstellen oder Stereotype verstärken. Viele schreckliche Verbrechen wie der Holocaust sind das Ergebnis einer Kombination dieser beiden Faktoren. Dadurch werden Mitglieder einer Gruppe (z.B. LGBTQ*) als bedrohlich dargestellt, was im schlimmsten Fall Gewalt gegen diese Menschen legitimieren kann. Dann wird Diskriminierung lebensbedrohlich.

Kurz erklärt: Wie entsteht Diskriminerung? 

Exkurs: Desinformationen

Desinformation kann eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Diskriminierung spielen. Beispielsweise kann sie dazu beitragen, negative Stereotype und Vorurteile gegenüber einer bestimmten Gruppe von Menschen zu verbreiten.