Ein Tag russische 
Medien

konsumieren 

Ein Selbstexperiment: Stell dir vor, du lebst aktuell in Russland. Wie sieht ein Tag in Russland derzeit aus Sicht eines russischen Medienkonsumenten aus? 

Ich wollte es genauer wissen und habe mir eine der ältesten Tageszeitungen Russlands, die Iswestija einen Tag lang genauer angeschaut. 

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Gleich auf der Startseite: Die Erklärung des Kreml Sprechers Dmitri Peskow zu einem Getreideabkommen mit Russland. Der Ukraine wird die Schuld für die Exportprobleme bei Getreide gegeben. Präsident Putin stehe dem nicht entgegen, heißt es in dem Artikel. Die ukrainischen Behörden hätte die Häfen selbst vermint und geben keine Schiffe frei. Der russische Außenminister Sergej Lawrow behauptet der Westen versuche, die Lieferung von russischem Getreide künstlich zu blockieren.

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Heldenhaft wird die ,,Vernichtung" von über 400 ausländischen Söldnern in der Ukranie verkündet. Die meisten sollen aus Polen gekommen sein. Unter ihnen sollen Expeten für Hightech-Waffen gewesen sein. Um Russland zu schützen ist der Kampf gegen diese Menschen wichtig, heißt es..

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Ein Gespräch mit dem russischen Künstler Eric Bulatov. Es wird von einer antirussischen Kampagne gegen russische Kunst gesprochen. ,,Was gerade passiert, erinnert mich an das, was in Nazideutschland getan wurde, als die Juden verfolgt und aus der deutschen Kultur vertreiben wurden." sagt Bulatov..

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Unter jedem Artikel zur ,,Spezialoperation" wird diese mit folgenden Worten erklärt:

Diese diene dem Schutz der Zivilbevölkerung im Donbass , die am 24. Februar vor dem Hintergrund des Beschusses durch das ukrainische Militär gestartet wurde.

Die Ziele der Spezialoperation sind die vollständige Befreiung der Ukraine, die Entmilitarisierung und Entnazifizierung.

Fazit: In allen Artikeln wird durchgängig von einer Bedrohung der russischen Bevölkerung gesprochen. Von einer Zerstörung, Ausgrenzung und Verdrängung der russischen Kunst und Kultur. Immer wieder wird auf die Rolle des Westen, der seine Macht im Osten ausbauen will, hingewiesen. Putin wird als Vermittler und Lösungsgeber dargestellt, der immer wieder an westlichen Blockaden scheitert. Wenn man den Informationen blind traut und nicht hinterfragt, kann man durchaus an dieses Märchen glauben.